Im Bereich der Hartmetallprüfung
haben sich spezielle Verfahren im Laufe der Zeit etabliert, die zum Teil auch standardisiert
wurden. Im Wesentlichen ist das Gebiet der Hartmetallprüfung in 3 Teilgebieten angesiedelt.
·
Chemische
Prüfung
·
Physikalische
Prüfung
·
Metallografische
Untersuchung
Mit diesen Prüfungen ist sowohl die
Qualität des untersuchten Hartmetalls festzustellen, als auch eine Vergleichsbarkeitsprüfung
zu anderen Hartmetall Herstellern vorzunehmen.
6.1
Chemische Prüfung
Anwendung finden hier Bestimmungsverfahren
für die hauptsächlichsten Hartmetallinhaltsstoffe. Dies sind die Elemente W, Ti,
Ta, Nb, Cr, V, Co, Ni, Fe und Kohlenstoff (C). Vorteilhaft wird dies mit modernen
Analysenautomaten, wie z.B.
Röntgenfluoreszenzspektrometern
(RFA) oder ICP-Geräten, durchgeführt. Die Bestimmung des Kohlenstoffgehaltes ist
an separate Untersuchungstechnik durch Methoden der
Gasanalyse
gebunden.
Normen für die Untersuchung sind:
DIN ISO 4503, 1991-07
Hartmetalle; Bestimmung des Gehaltes metallischer Elemente durch Röntgenfluoreszenz
in fester Lösung
DIN ISO 3907,
Ausgabe:1991-07
Hartmetalle; Bestimmung des Gesamtkohlenstoff-Gehaltes; Gravimetrisches Verfahren
6.2 Physikalische Prüfung
In diesem Teilgebiet finden sich
eine Vielzahl von Prüfmethoden, die teilweise sehr speziell auf die Problematik
des Hartmetalls zugeschnitten sind, die aber auch in anderen Bereichen der Pulvermetallurgie
in Abwandlung angewendet werden. Es sind zum Teil zerstörungsfreie Prüfungen, die
aber durch die zur Verfügung stehende Gerätetechnik an bestimmte Probengeometrien
gebunden sind. Größere Teile sind somit auch nur durch zerstörende Prüfung untersuchbar.
Für die Bestimmung der magnetischen Sättigungspolarisation und der Bruchzähigkeit
existiert keine europäische/deutsche Norm.
-
Dichtebestimmung
-
Bestimmung
der
Koerzitivfeldstärke
-
Ermittlung
der
magnetischen Sättigungspolarisation
-
Härtebestimmung
als HV30 bzw.
im englischen Sprachraum als HRA
-
Bestimmung der
Biegebruchfestigkeit
-
Bruchzähigkeitsbestimmung
-
Ermittlung der
Druckfestigkeit
Normen für die Untersuchung sind:
DIN ISO 3369,
Ausgabe:1990-10
Undurchlässige Sintermetalle und Hartmetalle; Ermittlung der Dichte
DIN ISO 3326,
Ausgabe:1990-10
Hartmetalle; Ermittlung der Koerzitivfeldstärke (Magnetisierung
DIN ISO 3738-1,
Ausgabe:1991-07
Hartmetalle; Rockwell-Härteprüfung (Stufe A); Prüfverfahren
DIN ISO 3878,
Ausgabe:1991-07
Hartmetalle; Vickers-Härteprüfung
DIN ISO 3327,
Ausgabe:1991-07
Hartmetalle; Bestimmung der Biegebruchfestigkeit
DIN EN ISO 3327
(Norm-Entwurf), Ausgabe:2001-09
Hartmetalle - Bestimmung der Biegebruchfestigkeit (ISO/DIS 3327:2001)
DIN EN ISO 18265,
Ausgabe:2004-02
Metallische Werkstoffe - Umwertung von Härtewerten (ISO 18265:2003); Deutsche Fassung
EN ISO 18265:2003
DIN ISO 4506
Norm , 1991-07
Hartmetalle; Druckversuch
6.3
Metallografische Prüfung
Die metallografische Prüfung von
Hartmetallen ist von der Bewertungsmöglichkeit der Hartmetallqualität her sehr hoch
einzustufen. Mittels dieser Prüfungen kann man nach entsprechend qualifizierter
Probenvorbereitung eine umfassende Qualitätsbewertung der Hartmetalle durchführen.
Hier erkennt man sehr schnell und mit hoher Präzision typische Hartmetallfehler
in Bezug auf Pulververunreinigungen, Fremdphasen, Aufkohlung, Eta-Phase, Makro-
und Mikroporosität sowie weitere Gefügefehler mit Relevanz auf anwendungstechnische
Erfordernisse.
-
Bestimmung der
Porosität
-
Bestimmung des ungebundenen
Kohlenstoffs (C- Porosität)
-
Bewertung nach Kurzzeitätzung
-
Bewertung der Mikrostruktur
nach Gefügeätzung
-
Hartmetallfehler
Normen für die Untersuchung sind:
DIN ISO 4489
Norm , 1991-07
Sinterhartmetalle; Probenahme und Prüfung
DIN ISO 4505,
Ausgabe:1991-07
Hartmetalle; Metallographische Bestimmung der Porosität und des ungebundenen Kohlenstoffs
DIN ISO 4499,
Ausgabe:1991-07
Hartmetalle; Metallographische Bestimmung der Mikrostruktur
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