Die Herstellung der Hartmetalle
erfolgt auf pulvermetallurgischem Wege in den Verfahrensschritten:
·
Homogenisieren,
Mahlen
Als Ausgangsstoffe dienen
pulverförmige Hartstoffe wie
WC,
(W,Ti)C, (Ta,Nb)C, VC oder Cr3C2 und Bindemetalle, wie
Co, Ni, Fe und Cr.
Durch
Nassmahlung in
Attritoren mit
Ethanol als Mahlflüssigkeit werden die Pulver- bestandteile in eine
feindisperse Suspension überführt. Das Mahlen erfolgt mit Hartmetallmahlkörpern
solange, bis ein enger Kontakt zwischen den karbidischen- und den metallischen
Pulverteilchen hergestellt ist.
·
Trocknen,
Pulver- und Granulatherstellung
Nach erfolgter Mahlung gibt man
Presshilfsmittel (Paraffine oder spezielle Wachse) in die Suspension und
verteilt diese homogen. Diese Suspension wird anschließend mittels
Sprühtrocknen
unter N2-Schutzgas
getrocknet. Dabei entstehen sehr gut rieselfähige Pulvergranulate mit homogener
Zusammensetzung.
·
Formgebung
Mit mechanischen oder hydraulischen
Pressautomaten
erfolgt dann die Formgebung
der Hartmetallgrünteile auf direktem Wege in entsprechend ausgeführten
Pressformen (Matrizen). Dieser Schritt findet insbesondere bei geometrisch
einfachen Formen und bei entsprechend großen Stückzahlen Anwendung.
Dies ist zum Beispiel für viele
Anwendungsbereiche in der Zerspanung (für Wendeschneidplatten),
bei Verschleißteilen (für Panzerungen), in Bergbau-
und Gesteinsbearbeitung (für
Hartmetalleinsätze) der Regelfall.
Eine beträchtliche Zahl an
Hartmetallgrünteilen wird jedoch auch durch mechanische Bearbeitung (z.B.
Sägen, Schleifen, Drehen, Bohren, Fräsen) aus zum Beispiel
isostatisch
oder
monostatisch
vorgepressten
Pulverpresslingen
herausgearbeitet und
danach fertiggesintert.
Dies gilt, wenn die geringe Stückzahl oder die komplizierte Form die hohen
Kosten des Presswerkzeuges nicht rechtfertigen, oder das Teil mittels direktem
Pressverfahren grundsätzlich nicht herstellbar ist.
Mitunter sind auch direkt
gepresste Teile nach einem Vorsintervorgang, in dem das Presshilfsmittel
entfernt wird, mechanisch weiter zu bearbeiten. Hartmetallteile mit sehr großem
Länge-Querschnitts-Verhältnis (Stäbe, Rohre, Profile) werden aus entsprechend hoch plastifizierten Mischungen
durch
Strangpressen
hergestellt. Ein spezifischer Trocknungs- oder
Entbinderungsschritt ist vor dem Sinter-HIP-Verfahren erforderlich.
·
SHIP-Prozess
Die anschließende
Sinterung überführt die sogenannten
Grünlinge
bei Temperaturen zwischen 1300 °C und 1500 °C in ihre Endform und verleiht
ihnen ihre hervorragenden Eigenschaften. Heute wird fast ausschließlich in
Vakuum-Überdruck-Sinteröfen nach dem
Sinter-HIP-Verfahren (S-HIP)
gesintert. Dabei schwindet das Volumen der Hartmetallteile entsprechend dem im
Grünling vorhandenen Porenvolumen, um ca. 40 %, d.h. linear um ca. 20 %. Die
Höhe der
Schwindung
ist von
der Korngröße des verwendeten WC abhängig. Grobkornhartmetalle haben wesentlich
niedrigere Schwundwerte als Fein- oder Ultrafeinstkornhartmetalle. Mit diesem S-HIP-Verfahren
werden die bei den meisten Hartmetallanwendungen störenden und
leistungsmindernden Restporen praktisch ausgeschlossen und signifikant homogene
Gefügestrukturen erreicht. Nach dem Sintern sind die Hartmetallteile nur noch
äußerst schwer zu bearbeiten. Aus diesem Grund sollten sie jetzt bereits nahe an
ihrer oder in ihrer endgültigen Form vorliegen.
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