Die gesinterten Hartmetallteile besitzen
eine charakteristische Sinterhaut. Für eine Vielzahl von Anwendungsfällen ist jedoch
eine glatte Oberfläche und eine geometrisch sehr genau bestimmte Form erforderlich.
Deshalb wird ein Großteil der gesinterten Rohhartmetallteile einer Weiterbearbeitung
unterzogen.
Diese Finishbearbeitung
erfolgt durch:
1.
abrasive Bearbeitung (Schleifen,
Läppen, Polieren, Honen, Bürsten, Strahlen)
2.
funkenerosive Bearbeitung (Fadenerodieren,
Senkerodieren)
3.
spanende Bearbeitung (Drehen
und Bohren Co-reicher HM-Sorten)
4.
elektrochemische
Bearbeitung (elektrochem.
Schleifen, Elysieren)
Mit diesen Verfahren werden Oberflächenqualitäten
erreicht, die den bestehenden Anforderungen an die Rauhtiefe gerecht werden, z.B.
Ra = 0,1 µm. In vielen Fällen ist eine solche Rauhtiefe jedoch noch nicht
ausreichend. Durch nachgeschaltete Feinstschliff-, Hon-, oder Polierverfahren werden
Rauhigkeiten
bis hin zu Rmax
£ 0,1 µm erreicht.
Hartmetall-Schneidstoffe, aber auch
Hartmetallteile für den Verschleißschutz werden gegebenenfalls mit dünnen
Hartstoff-Beschichtungen
weiter veredelt.
So werden ca. 2/3 aller Zerspanungshartmetalle in beschichteter Form eingesetzt.
In dem als CVD-Verfahren
(Chemical-Vapor-Deposition) bekannten Verfahren werden die Hartmetall-Teile mit
reinen Hartstoffen wie z.B. TiC, TiCN, TiN und Al203 einzeln
oder mit mehrlagigen Schichtsystemen beschichtet. Die Schichtdicke beträgt je nach
Anwendung 5…12 µm. Um die beim normalen CVD-Verfahren entstehenden Zähigkeitsverluste
des Hartmetallsubstrates zu minimieren, erfolgt die Beschichtung heute hauptsächlich
im Temperaturbereich von 750 bis 950°C (Niedertemperatur CVD). Auch die Form der
plasmagestützten CVD Beschichtung wird angewendet (PCVD-Verfahren).
Bei wesentlich niedrigeren Temperaturen
von £ 500 °C werden die Hartstoffschichten
mit den PVD-Verfahren erzeugt. Bei diesen Prozeßführungen wird die
Metallkomponente (Ti, Al) auf physikalischem Wege durch Hochvakuum und Plasmaunterstützung
in die Dampfphase überführt und mit C- und N-haltigen Gasen zur Hartstoffreaktion
gebracht, die auf der Substratoberfläche kondensiert. Die Schichtdicken erreichen
im allgemeinen 1 bis maximal 5 µm.
Auch mit diesem Verfahren auf Hartmetall
abgeschiedene Diamantschichten (sogenannte DLC-Schichten) spielen
in den letzten Jahren eine immer stärkere Rolle.
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