Hartmetalle dieses Legierungstyps
bestehen aus 2 Phasen (Abb. 3), dem WC und dem eutektischen Co. Sie weisen die größte
Sorten- und Eigenschaftsvielfalt auf, so daß sich ihr Einsatz auf fast alle Anwendungsfelder;
erstreckt:
·
spanende Metallbearbeitung
(Guß)
·
Verschleißschutz
·
Umformtechnik
·
Bergbau, Straßenbau und Gesteinsbearbeitung
·
Holz- und Kunststoffbearbeitung
Mit steigendem Co-Anteil steigen
Biegefestigkeit, Schlagfestigkeit und Zugfestigkeit.
Gefüge von WC-Co-Hartmetallen (TRIBO Sorte V20)
Im Gegensatz dazu führt geringerer
Co-Gehalt und höherer WC-Anteil zu hoher Härte, Verschleißfestigkeit und hoher Druckfestigkeit.
Der Co-Gehalt variiert zwischen 3% und 30%. Bei speziellen Anwendungen werden Bindemetallgehalte
bis herunter zu 0,5% verwendet.
5.2
WC-Ni-Cr-Hartmetalle
Die Eigenschaft des Hartmetalls als
Funktions- und Verschleißelement mit hoher Härte und Abriebfestigkeit machen es
auch für solche Anwendungen interessant, wo korrosive Medien wirken. Im allgemeinen
weisen die Hartstoffe (WC, TiC, TaC, NbC) eine sehr gute chemische Resistenz auf,
während das hauptsächlich als Bindemetall verwendete Kobalt nicht nur durch Säuren
angegriffen wird. Für den Einsatz von Verschleiß- und Funktionselementen in aggressiven
Medien, insbesondere in der chemischen Industrie wurden Hartmetalle auf der Basis
von Nickel und Chrom als Binderlegierung entwickelt, die hervorragende Korrosionsfestigkeit
bei praktisch vergleichbaren Härte- und Zähigkeitseigenschaften aufweisen. Die für
diesen Bereich entwickelten Hartmetalle zeichnen sich durch eine feinkörnige Gefüge-struktur
aus, die für sehr gute Verschleißschutzeigenschaften im Zusammenspiel mit der sehr
hohen Korrosionsbeständigkeit der Binderlegierung sorgt.
·
Verschleißteile
im Pumpen- und Anlagenbau für Wasserstrahlreinigungs- und Wasserstrahlschneidanlagen
·
Verschleißteile
für Prozesspumpen in der chemischen Industrie
·
Teile für Anlagen
der Lebens- und Genussmittelindustrie
·
Anlagenteile
unter stark korrosiver und erosiver Belastung
·
Werkzeuge im
Bereich Grünholzbearbeitung
Die entsprechenden Korrosionstests
zeigen die Überlegenheit dieser Hartmetalle im Vergleich gegenüber normalen WC-Co-Hartmetallen
recht deutlich.
Ergebnisse Korrosionstest nach DIN 50905 Teil 4
5.3
WC-TiC-(Ta,Nb)C-Co-Hartmetalle
Der Zusatz kubischer Hartstoffe wie
TiC und (Ta,Nb)C führt zu dreiphasigen Hartmetallen, mit WC, ternärem
(WC-TiC-TaC-NbC)-Mischkristallen und der eutektischen Co-Binderlegierung als Gefügebestandteile.

Gefüge von WC-TiC-TaNbC-Co-Hartmetallen
(TRIBO Sorte S25)
Titankarbid (TiC) verbessert die
Oxidationsbeständigkeit und Härte und verringert die Kolkbildung, während (TaNb)C
das Kornwachstum des WC hemmt und in signifikanter Weise die Temperaturwechselbeständigkeit
erhöht.
Hartmetalle dieser Zusammensetzung
dienen im wesentlichen der Stahlzerspanung und werden teilweise noch unbeschichtet,
aber weitaus häufiger mit entsprechender Beschichtung eingesetzt.
·
spanende Metallbearbeitung
von Stahl; Einsatzkriterien entsprechend
DIN ISO 513:2004 ff.
Auch werden durch gezielte Behandlungen
von WC-TiC-TaNbC-Co-Hartmetallen in stickstoffhaltiger Atmosphäre während oder nach
der Sinterung, bzw. durch den Vorgang der inneren Nitridierung mischkarbidfreie
Oberflächenrandzonen ausgebildet, die einen hohen Rissausbreitungswiderstand besitzen
und so die Zähigkeit beträchtlich verbessern.
Graduiert gesintertes Hartmetall
mit Mehrfachbeschichtung
Zusammen mit der auf die Anwendungsbereiche
zugeschnitten Beschichtung werden damit Schneidhartmetalle mit höchsten Zerspanungsleistungen
hergestellt.
Für die verschiedenen Anwendungsgebiete
werden entsprechende Hartmetallsorten durch abgestimmte Zusammensetzungen und Gefügeausbildungen
angeboten.
5.4
Beschichtete Hartmetalle
Bei der Zerspanungsarbeit werden
an den Schneidstoff stets besonders extreme mechanische und thermische Anforderungen
gestellt. Einerseits wird im kontinuierlichen Schneideinsatz die Kontaktstelle der
Schneide bis zu 1200 °C erhitzt, andererseits führt z.B. der unterbrochene Schnitt
beim Fräsen durch die schnellen Wechsel von Schnittdruck und Temperatur zu erhöhter
Zähigkeitsbeanspruchung durch Schläge und Temperaturschocks.
Für diese Anforderungen ist ein Schneidstoffprogramm
vorhanden, das durch teilweise auch mehrlagig beschichtete Hartmetalle geprägt ist
und für die Dreh- bzw. Fräsbearbeitung optimiert wurde. Die dafür verwendeten Hartmetallsubstrate
basieren zum Teil auf speziell angepassten Legierungen.
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